Damen(qu)wahl – in Social Media

Endless summer…in social media…

*Werbung wegen Namennennung*

Damen(qu)wahl - Susanne Graue Procrastination

Die Bloggerin krass am Prokrastinieren.

Der ein oder andere aus meiner verehrten Leserschaft wird sich vielleicht an meinen Blogpost aus dem Jahre 2017 https://susanne-graue.com/sommer-sex-setzen/ erinnern. Ich kündigte darin an, dass auch die Damen in jenem Sommer nicht ganz ungeschoren davonkommen würden. Das ist jetzt a bisserl her, aber Sommer ist ja bekanntlich immer und wer will schon kleinlich sein.

Was hat mich abgehalten? Natürlich eine Unmenge unglaublich wichtiger Dinge, die immer herhalten müssen für Prokastinationen. Das ist jetzt Neudeutsch, bedeutet Rumtrödeln, klingt aber einfach besser. Es waren auch ein Umzug dabei, beruflicher Dreiviertelwalzer, einige Neuanfänge und – ja, die Überlegung, ob die Damenwelt auch den gleichen Humor an den Tag legt wie die Herren, wenn sie ein bisschen ihr Fett wegkriegen. Denn es ist ja zur Zeit so, vor allem wenn man Social Media glaubt und um dessen 100 %igen  Wahrheitsgehalt wissen wir ja, dann ist es so, das wir Frauen quasi das Nonplusultra, die Krone der Schöpfung, die Königinnen unserer selbst, der Welt und überhaupt sind – hierbei wird Königinnen auch gerne in VERSALIEN geschrieben, damit auch ja keiner diese Erhöhung des weiblichen Selbst vergisst.

Von Wahn und Wirklichkeit…

Zu gut Deutsch: wir sind der Wahnsinn auf Puschen. Das Komische ist nur: ich sehe da allerlei Diskrepanzen. Zwischen dem, was da propagiert wird. Und dem was gelebt wird. Oder bin ich die Einzige, die einfach schon froh und dankbar ist, wenn sie als Mensch und Frau im Leben grundsätzlich klar kommt, nach dem Aufstehen eine ordentliche Verdauung hat, den Widrigkeiten mit Humor begegnet, bei manchen heulend in der Ecke sitzt und bei manchen einfach die Achseln zuckt und mit den Augen rollt. Und dann, ja dann tatsächlich mal ihr imaginäres Krönchen zurechtrückt und wieder aufsteht… Aber weit gefehlt! Heute nehmen mich meine “Schwestern” in Social Media mit auf die Reise in unendliche Weiten des manifestierten “Göttinen-Daseins” und ich sollte auf dem Weg dorthin bitteschön mindestens fünf Green Smoothies geschlürft haben. 

Damen(qu)wahl - Tassenbrüste schee sauba bleim

Die Frauenkirche in München.

Frauen sind die Guten. Sie sind häufig die Opfer und das meist von bösen Männern, auch Arschlöchern genannt. Eines möchte ich aber an dieser Stelle deutlich klarstellen: ich betrachte hier mit Humor und vielleicht auch ein wenig Haaren auf den Zähnen die Widersprüchlichkeiten meines eigenen Geschlechts – in Social Media wie im echten Leben. Ich bin mir völlig bewusst, dass in sehr vielen Regionen dieser Welt Frauen immer noch tatsächliche Opfer sind, weil ihnen nur aufgrund ihres Geschlechts kein selbstbestimmtes Leben gewährt wird, und vieles ist auch in unserem Land noch nicht zum Besten gestellt. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollte eigentlich kein Diskussionspunkt mehr sein. Ist er aber. Genauso wie häusliche Gewalt, Missbrauch. Das Übergehen von Frauen bei der Vergabe lukrativer Posten oder sog. Couchbesetzungen a la Harry Weinstein etc. etc. Der Weg zur Gleichberechtigung ist noch ein längerer. Und er sollte uns Männer und Frauen an seinem glücklichen Ende gleichstellen: in unserem Wirken, in unseren Rechten, in unserer Bezahlung.

Tiere wie du und ich…

Damen(qu)wahl - BH Ohrringe Hildegard Remeth-Geiger

“Trägt die Kuh was von Chanel, melkt der Knecht noch mal so schnell.” Abgesehen von dieser zutreffenden Weisheit: die Ohrringe sind übrigens von Hildegard Remeth-Geiger. Nicht das erste schöne Schmuckstück von ihr, das ich mein eigen nenne…

Aber wer von uns halbwegs bei Sinnen ist und Augen im Kopf hat, der wird natürlich erkennen, dass Männer und Frauen nicht gleich, sondern zwei Wesen von unterschiedlichen Planeten sind. Glaubt man vielen Frauen, dann sind die Frauen quasi engelsgleiche Elfen. Und Männer sind Klingonen. Was den Männern meist herzlich egal ist, weil ob Klingone oder Vulkanier: Hauptsache so eine Elfe findet ab und zu mal den Weg bei ihnen vorbei und ihr Bett hinein. Womit wir schon beim Thema sind. Unsere Betrachtung soll – wie ehedem bei den Herren – dem Social Media Auftritten der Damen gelten.

Männer sind ja irre triebhaft und Frauen ja überhaupt nicht. Die sind total durchgeistigt und quasi immer an der eigenen Vervollkommnung am arbeiten. Da nimmt es mich immer etwas wunder, wenn ich ins Social Media gehe und von meinen ätherischen Schwestern gleich in den ersten Stories Nahaufnahmen von zweifelsohne schönen Beinen sehe, die an einer sehr knappen Rockkante enden, die wiederum sehr nahe am Paradiesgarten liegt. Ist ja schön. Aber warum? Um Verzückung auszulösen? Mit Sicherheit. Da wird´s den ein oder anderen Kerl geben, der gerne mit diesem Anblick in den Tag startet. Um der Mitwelt zu zeigen, dass man überhaupt Beine hat? Dann freue ich mich natürlich auch. Und mal abgesehen von den Damen, die fast täglich froh und munter mit tiefen Einblicken in ihr Dekolleté den “sonnigen Tag” begrüßen und allen “lieben Herzensmenschen” (das ist jetzt der neue Sprech unter den guten Frauen)  da draußen nur das Beste wünschen. Das ist natürlich noch schöner und der Tag des ein oder anderen Herren beginnt damit definitiv besser. Ich erlebe aber auch, dass das sehr häufig genau die Damen sind, die sich darüber beschweren, dass böse Männer sie doch glatt schon wieder nur auf das Äußere reduzieren. Das ist natürlich etwas ganz Schlimmes, wenn Frau sich in ihrer Pracht und Fülle zeigt und so ein pöser Pube auch noch darauf reagiert. Da sind wir Frauen ganz anders. Für uns zählen nur innere Werte. Wir lieben Männer mit fettigen Haaren und ebensolchen Plauzen – Hauptsache “er bringt uns zum Lachen”. Ja klar.

Mit einer absoluten Faszination betrachte ich weibliche Accounts, die ihr Business völlig ungerührt mit ganz viel Haut promoten. Und ich rede hier nicht vom horizontalen Gewerbe, sondern seriösen Berufszweigen. Meine Augen werden fast schon magisch ins Social Media hingezogen: Kunst kommt im Adamskostüm, gute Ernährung wird uns im Bikini präsentiert, das neueste Pflegeprodukt wird auf der Sonnenliege in den Schoß gelegt und ich war mir in diesem Fall nicht sicher, ob darunter wirklich ein Höschen war…Und hier muss ich ganz klar sagen: ihr tut den Frauen keinen Gefallen, die ohne Skin-Promo ihre Frau im Berufsleben stehen möchten. Auch hier: kein Mann, dessen Hormonhaushalt halbwegs normal funktioniert, wird bei solchen Fotos ans Business denken. Weil er stumpf ist? Nein, weil er auf appetitliche Reize reagiert. So wie wir Frauen übrigens auch.

Captain Kirk, ruf. mich. an…

Ich möchte uns Damen hierzu ein Beispiel geben. Stellt euch einen Energieberater vor, Werbe-Post in Social Media. Die meisten von uns haben jetzt ein Bild von einem seriösen Mann jüngeren bis mittleren Alters vor Augen, im Anzug, mit sicherem ruhenden Blick. Logo. Der soll uns ja vom richtigen Stromanbieter überzeugen und uns natürlich für seine satte Provision zum Sparen anregen. 

Jetzt stellt euch einen richtigen Hottie vor, so eine umwerfende Mischung aus Brad Pitt, Channing Tatum (ja, der aus dem Men-Strip Film “Magic Mike”) und Jason Momoa. Der steht da jetzt mit tief aufgeknöpftem Hemd, darunter sichtbar die perfekt definierte Brust, männlicher, fordernder Blick, Hände lässig in den Hosentaschen der eng anliegenden Jeans. Auch er wirbt als Energieberater.

Liebe Damen, denken wir jetzt:

a) “Ach wie schön, dass sich nicht nur die Rotzlöffel von Fridays for Future, sondern auch gestandene Männer für die Energiewende einsetzen.”

b) “Meine Güte, das ist ja widerlich. Ich ertrage keine gutaussehenden Männer in meiner Timeline.”

c) “Alter Falter. Aus welchem Universum kommt der Kerl denn? Da steht ja eine Nummer! Da ruf ich gleich mal an. Wofür wirbt der? Ach egal – irgendwas mit Brennstoff. Hauptsache der kommt bei mir vorbei und heizt mir ein.”

Damen(qu)wahl - Susanne Graue Energieberater

Der Dings war da…von…ach egal!

Sollten jetzt einige Damen c) gewählt haben: Das dauert wohl noch etwas mit der Vervollkommnung bei uns. Und mit der Energiewende auch.

“Föhnt der Hahn sich seinen Kamm, glüht er rot und steht er stramm…”

Eine ganz eigene Masche ist die, durchaus schöne und erotische Fotos mit Kalendersprüchen quasi zu nivellieren, also auf ein “gutes” geistiges Niveau zu bringen. Sätze so platt und sinnbefreit wie “Lebe das Morgen bevor das Übermorgen dich einholt und dir die Vergangenheit in der Gegenwart den Plusquamperfekt zeigt.” (Hä?) “Sei immer du selbst bevor du ein Kaninchen im Stall von Nilpferden wirst.” (Wtf? Ich versteh´wieder mal nix…)  Und ganz wichtig: in Zeiten von Corona sich in Social Media über die Brüste den Schriftzug “Bleib zuhause!” zu tackern. Das sind die ganz Gewieften, denen zolle ich fast schon Respekt, denn die haben gutes Marketing verstanden. Exponierung von sekundären Geschlechtsmerkmalen wird unterlegt mit Allgemeinplätzen und Binsenweisheiten und die selbstdarstellerische Absicht der Frau wird sofort in einen geistigen Erguss umgewandelt.

Spieglein, Spieglein…

Bin ich gegen Selbstdarstellung? Natürlich nicht. Ich betreibe ja auch nichts anderes auf Social Media. Das machen wir alle, jeder auf seine Weise und alles andere wäre gelogen. Bin ich gegen Darstellung von Haut, gar Nacktheit? Auch nicht. Aber was ihr lieben Frauen damit zeigt, wenn ihr euch derart präsentiert und irgendwelchen hanebüchenen Nonsens dazu schreibt: ihr steht nicht dazu. Und habt Angst billig zu wirken. Wollt aber Aufmerksamkeit. Wie wäre es denn, wenn ihr euch zeigen mögt, weil ihr euren Körper schön findet, egal ob dick oder dünn, vielleicht hart dafür trainiert habt oder eben auch nicht, es auch einfach so formuliert?! Z.B.: “Ich habe durchgehalten und den Winter über weiter meine Workouts gemacht. Ich liebe meinen Sixpack” Und eine andere vielleicht: “Ladies, ich bin 54 und mein Dekolleté ist immer noch schön, weil ich es liebe, mich zu pflegen.” Klar, klingt erstmal blöd und ungewohnt. Aber warum nicht.

Damen(qu)wahl - Wahnsinn auf Puschen

Selbsterklärend.

Zwei Facebook Freundinnen, die ich auch im real life kenne, zeigen in ihren Accounts ihre Körper, schön, selbstbewusst. Die eine – vierfache Mutter und Leistungssportlerin – hat sich den Pole-Dance als neue Herausforderung gesucht. Sie postet ohne großes Tamtam ihr Fortschritte an der Pole in ihrem Trainingsraum. Körperbeherrschung und Ästhetik pur. Null billig. Aber auch ohne Sprüche. Einfach pur. Die andere ist begeisterte Kraftsportlerin und zeigt ihre Übungen, ihre Erfolge, ihre Freude in diesem Sport und an ihrer eigenen Disziplin. Man sieht ihren definierten Körper und an diesem Anblick kann sich erfreuen wer mag.

Von der Einsamkeit…

Einen weiteren Umstand musste ich mir in den vergangenen zweieinhalb Jahren von einigen uns Frauen mehr als wohlgesonnenen Herren unter meine anfänglich ungläubigen Augen reiben lassen. Im Messenger zweifellos sehr appetitliche Fotos aus der Badewanne, bei der ein geschulter Blick auch gleich die Körbchengröße ermitteln konnte bis hin zu Detailfotos, die einen Facebook-Freund dazu hinreißen ließen, der Damenwelt freundlich mitzuteilen, dass er um die weibliche Anatomie Bescheid wüsste und auch kein Gynäkologe werden wollte. Und ich spreche hier nicht von den Profilen, bei denen Damen für gutes Geld nichts anderes zeigen als die nackte Wahrheit. Einer der beiden zauberhaften Herren sagte mir, was ihn daran eigentlich wirklich erschrocken hätte, dass die Frauen im gleichen Atemzug ihre Einsamkeit deutlich gemacht hätten…

Ladies, die Einsamkeit ist ein hartes Los. Und in diesen Tagen noch viel mehr. Und in diesen meinen Worten ist keine Ironie. Ich weiß wovon ich spreche. Jede und jeder von uns war (oder ist derzeit) schon mal in seinem Leben von dieser tiefen Einsamkeit getroffen worden, die einen einfach leer, total traurig, ohne Selbstwertgefühl und ungeliebt zurücklässt. Die einen an manchen Tagen völlig überrollt und lahmlegt. Ein Gefühl, das man auch übrigens innerhalb einer Partnerschaft haben kann…

…und deiner Schönheit.

Glaubt mir: Ihr könnt euch in all eurer inneren und äußeren Schönheit präsentieren, zurechtgemacht oder nicht, geschminkt oder nicht, dick oder dünn, mit Haaren oder ohne, mit Falten oder ohne – es gibt da draußen einen Herren, der so ähnlich aussieht, der auch so tickt wie ihr. Und die Zeit dahin, bis ihr so ein Wesen vom anderen Stern trefft, nun – vertreibt euch doch die Zeit! Bleibt nicht zuhause und seid traurig. Oder seid traurig, lasst es zu und geht trotzdem raus! Lasst euch auf ein Abenteuer ein, was auch immer das für euch sein mag. Aber Ladies, eines muss ich euch ganz klar sagen: Wir bieten uns nicht an. Never. 

Und soll ich euch was verraten? In einem meiner nächsten Posts erzähle ich euch, wie ihr einen großartigen Sommer haben könnt. Mit Frauengeschichten für Frauenzimmer. Mit viel Klamotte auf dem Foto. Und viel Likörchen und Affärchen im wahren Leben. Wo ihr dann nach Lust und Laune eure Hüllen fallen lassen könnt, wenn es euch und eurem Gegenüber gefällt. 

Und soll ich euch das größte Geheimnis dazu schon mal vorher verraten…?

Sei einfach du selbst. Das reicht und ist wunderbar genug.

Damen(qu)wahl - Susanne Graue ohne Maske

Fotos: Wolf Heider-Sawall

Fotos: Wolf Heider-Sawall: https://www.facebook.com/wolf.heidersawall

Die wunderschönen Ohrringe sind von Hildegard Remeth-Geiger. Stöbert doch mal bei ihr: https://www.facebook.com/hildegard.remethgeiger

Die Bauernweisheiten entnahm ich mit bestem Dank der Seite https://www.programmwechsel.de/lustig/bauern-regeln.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Susanne Graue

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